//Kurzgeschichten aus dem Wahnsinn: Beispiel Elektromobilität

Kurzgeschichten aus dem Wahnsinn: Beispiel Elektromobilität

Der Autor reist in seinem Buch „Kurzgeschichten aus dem Wahnsinn“ durch politische Debatten, Elektromobilität, Familienrituale, Münchner Lokalmythen und berufliche Sackgassen als wäre alles Teil eines großen Selbstversuchs. Für Automobiljournalistinnen und -journalisten ein besonderer Leckerbissen: Sein Kapitel über die Elektromobilität. Aber auch sonst lohnt sich die Lektüre, denn Autor Carlos Bekam schreibt so, wie manche Menschen reden, wenn sie nach einem langen Tag ein Bier in die Hand gedrückt bekommen.

„Wie wir wissen, ist die Mobilität jetzt in der sich selbst verstärkenden Phase der Transformation hin zum elektrischen Fahren. Der deutsche Konservative stemmt sich immer noch dagegen. Er wird versuchen seine Regierung abzuwählen, wenn sie die notwendige Transformation unterstützt…“, mutmaßt der Autor unter dem Pseudonym Carlos Bekam in seinem Buch „Kurzgeschichten aus dem Wahnsinn in Kapitel 16 unter der Überschrift „Die Reichweitengeilheit der Deutschen“. Bekam fährt fort: „Als die deutschen Automobilhersteller endlich merkten, dass es doch einen Markt für batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) gibt, fingen sie an, neue Fahrzeuge zu entwickeln, auf Basis der alten Standards…Die Autos wogen dann zweieinhalb Tonnen und bekamen fast eine Tonne Batterie, damit sie 600 bis 700 Kilometer Reichweite haben.“ Der Autor fragt sich sodann folgerichtig, warum der Deutsche unbedingt diese Reichweite brauche und kommt zu dem Schluss: „Der Deutsche braucht seine Reichweite auch wenn er sie nur in zwei Prozent der Fälle überhaupt nutzt.“ Seine sarkastische Frage auf diese Feststellung ist eindeutig: „Was hat es für einen Sinn, seinen Rücken und seine Blase zu foltern, nur um sieben Stunden lang durchfahren zu können?“.

Autor Carlos Bekam, geboren 1964, ist ein erfahrener internationaler Manager und Branchenkenner der Automobilindustrie. Er weiß, wovon er spricht, bekleidete er doch leitende Positionen bei namhaften Unternehmen der Automobilbranche. Seine berufliche Zeit führte ihn durch ganz Europa, die USA und Asien, wo er komplexe Programme verantwortete und nachhaltige Geschäftserfolge erzielte. Privat ist Carlos Bekam Naturliebhaber und verbringt seine freie Zeit gerne in den Bergen und am Meer. In seinem Debütwerk reist Carlos Bekam durch politische Debatten, Elektromobilität, Familienrituale, Münchner Lokalmythen und berufliche Sackgassen, als wäre alles Teil eines großen Selbstversuchs. Jeder Versuch fragt im Kern dasselbe: Wie bleibt man Mensch, wenn das Leben gleichzeitig Liebe, Lärm, Verantwortung, Krisen und Selbstzweifel liefert? Seine Antworten entstehen nicht als große Theorie, sondern aus Situationen, in denen man sich selbst wiedererkennt. Sein Humor wirkt nie wie bloße Ablenkung, sondern eher wie der Kitt, der die Risse des Alltags zusammenhält. Das Buch lohnt sich als Urlaubslektüre und mehr und das nicht nur für Insider der Mobilitätsbranche, sondern für alle, die auch gerne einmal herzhaft lachen oder zumindest schmunzeln wollen, da sie die ein oder andere im Buch festgehaltene Situation möglicherweise auch selbst nur zu gut kennen. Schließlich schreibt Carlos Bekam so, wie manche Menschen reden, wenn sie nach einem langen Tag ein Bier in die Hand gedrückt bekomme: unzensiert, ehrlich, mit Herz und einer Portion Größenwahn, die man ihm erstaunlich schnell verzeiht…

IFi, Abb.: R.G.Fischer Verlag

Bekam, Carlos Kurzgeschichten aus dem Wahnsinn 2026. 124 Seiten. Pb. € 12,90 (D) ISBN 978-3-8301-9339-5 R.G.Fischer Verlag