Mobilität spielte bereits zu Beginn des Industriezeitalters eine wichtige Rolle. Zwischen den Städten war bereits ein Eisenbahnnetz aufgebaut worden – mit Dampflokomotiven als Antrieb. Doch die großen Lokomotiven konnten innerstädtisch nicht eingesetzt werden. So behalf man sich zuerst in Berlin (1865) mit Bahnen, die von Pferden gezogen wurden. In Köln dauerte der Einsatz der ersten Pferdebahn etwas länger, der Rat der Stadt hatte zunächst Bedenken und so kam es, dass die erste pferdebetriebene Straßenbahn 1877 in den damaligen Vororten Kalk und Deutz eingesetzt wurde. Das alles erfuhren die Mitglieder des VdM Regionalkreises Westdeutschland beim Besuch des Straßenbahnmuseums in Köln-Thielenbruch.
Mit Inbetriebnahme der neuen Haltestelle Thielenbruch im östlichen Köln wurde von den Kölner Verkehrsbetrieben (KVB) 1997 auch ein Museum in den historischen Werkhallen des Betriebshofes aus dem Jahre 1907 eingerichtet. Dort werden mehr als 20 historische Schienenfahrzeuge der Öffentlichkeit präsentiert. Die Museumshalle hat insgesamt eine Fläche von 2500 qm. In den Nebenräumen befindet sich ein feines kleines Museum mit Exponaten aus der Straßenbahngeschichte auf einer Fläche von 100 qm. Die Mitglieder des Vereins Historische Straßenbahn Köln e.V. betreuen die „alten Schätze“ und präsentieren die Exponate in den Ausstellungshallen. Die Ausstellung soll in den nächsten Jahren schrittweise vervollständigt werden. Geöffnet ist das Museum für die Öffentlichkeit am zweiten Sonntag jeden Monats von 11 bis 17 Uhr. Neben dem Museum befindet sich die Endhaltestelle der Straßenbahnlinien 3 und 13 – wegen der historischen Umgebung nennt man sie auch „Märchenbahnhof“.

Sonderführung für den VdM Regionalkreis Westdeutschland
Die VdM’ler des Regionalkreises Westdeutschland genossen unlängst eine Sonderführung. In den eineinhalb Stunden kam keine Langeweile auf. Nach der allgemeinen Einführung konnten einzelne Straßenbahnen besichtigt und auf den alten Holzbänken Platz genommen werden. Die alten Holzbänke sind aus Brandschutzgründen heute übrigens nicht mehr zulässig. Damals gab es ein abgestuftes Preissystem: Draußen war es am billigsten und ein Sitzplatz innen am teuersten. Für das Stehen mittig im Waggon gab es einen „mittleren“ Fahrpreis. Kassiert wurde während der Fahrt, damit der Fahrer, sprich, Kutscher, nicht abgelenkt wurde.Die in den Vororten zunächst eingesetzten pferdebetriebenen Straßenbahnen wurden 1901 durch elektrische Bahnen abgelöst – letztere durften dann auch in der Kölner Altstadt fahren.
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Der Höhepunkt am Ende der Führung war der Besuch des kleine Museumsraums mit gesammelten Exponaten aus mehr als 150 Jahren Kölner Straßenbahngeschichte. Darunter befand sich an der Wand hängend ein Emaille-Schild, das Hausfrauen doch möglichst den Hausfrauentarif zwischen 9.00 und 16.00 Uhr empfahl – lustig, aber heute undenkbar.
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Ausklang mit Ehrungen
Nach dem sehr informativen Museumsbesuch wurde noch gefachsimpelt. Auch trug VdM Regionalkreissprecher Westdeutschland, Klaus Ridder, eine lustige Geschichte über seine Zeit als Lokführer vor. So hatte er die Fahrgäste auf dem Bahnhof in Geisenheim (Rheingau) einfach stehen gelassen. Nach einem Not-Stopp mit einem „Schriftlichen Befehl“ musste er den Zug jedoch zurücksetzen, um die Fahrgäste aufzunehmen. Geehrt wurden schließlich drei Mitglieder des VdM für ihre langjährige Mitgliedschaft: Manfred Bergmann für 40 Jahre VdM sowie Edgar Krause und Georg Hennicke für 25 Jahre. Herzlichen Glückwunsch!

Klaus Ridder wies am Ende der Veranstaltung noch einmal auf die nächsten VdM Termine auf der Messe in Dortmund anlässlich des Techno Classica Salon hin:
– 24. September: Verleihung der Johny-Rozendaal-Uhr an Claudia Pfleging, Chefredakteurin Freie Werkstatt
– 25. September: Verleihung des Goldenen Dieselrings an Kirsten Lühmann, Präsidentin der Deutschen Verkehrswacht e. V.
– 25. September: VdM Jahreshauptversammlung
-10. Oktober: Traditioneller Nürburgring Tag des Vdm Regionalkreis Westdeutschland
Autor: Klaus Ridder
Abbildungen:
Abb. 1: Historischen Pferdeeisenbahn aus dem Jahr 1877: Spannende Infos vom Museumsführer (Foto: Georg Hennicke)
Abb. 2 (Aufmacherbild): Historisches Bild: Die Kölner Pferdeeisenbahn (Foto: Straßenbahnmuseum)
Abb. 3: Probesitzen: Es durften auch mal auf den Holzbänken Platz genommen werden (Foto: Geschi Ridder).
Abb. 4: Zurück zu den Anfängen: Die erste elektrische Straßenbahn fuhr in Köln im Jahre 1901 (Foto: Geschi Ridder).
Abb. 5: Gesammelte Werke: Im Straßenbahnmuseum werden mehr als 20 ausrangierte Straßenbahnen präsentiert (Foto: Geschi Ridder).
Abb. 6: Klein, aber fein: Das Museum beherbergt Exponate aus 150 Jahren Straßenbahngeschichte (Foto: Geschi Ridder).
Abb. 7: Lustig, aber heute unvorstellbar: ein Hausfrauentarif für Fahrten zu geringeren Kosten (Foto: Geschi Ridder).
Abb. 8: Ehrung für langjährige VdM Mitgliedschaften: Manfred Bergmann aus Sankt Augustin ist bereits 40 Jahre mit von der Partie (Foto: Geschi Ridder).










