Mitte März 2026 ist Audi in den Formel-1-Rennsport mit einem eigenen Rennwagen an den Start gegangen. Doch die Historie der Grand-Prix-Rennwagen ist lang. So starteten bereits 1933 Auto Union Rennwagen auf dem Nürburgring und anderen Rennstrecken und waren damals mit Hans Stuck erfolgreich. Das Audi Museum (Audi Forum) in Ingolstadt widmete dieser Tradition eine Sonderausstellung mit dem Titel „Grand-Prix-Legenden“.
Das Audi Museum in Ingolstadt ist immer eine Reise wert. Geöffnet hat das Audi Museum mobil im Audi Forum montags bis freitags zwischen 9 und 17 Uhr, an Samstagen, Sonn- und Feiertagen von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Ansonsten kann man die Sonderausstellung „Grand Prix Legenden“ jederzeit in der Audi Tradition App erleben. Sie ist kostenlos downloadbar im App Store und im Google Play Store.
Stimmen zur Sonderausstellung
Mit dem Einstieg in die FIA-Formel-1-Weltmeisterschaft 2026 betritt Audi Neuland. So markiert dieser Schritt den direkten Werkseinstieg unter eigener Marke. Gleichzeitig blickt die Marke mit den vier Ringen auf eine erfolgreiche Motorsporthistorie zurück: unvergessen beispielsweise die historischen Siege in der Rallye-Weltmeisterschaft, die Erfolge in der DTM und auf der Rundstrecke in den USA sowie die 13 Siege beim härtesten Langstreckenrennen der Welt, den 24 Stunden von Le Mans. Bereits in den 1920iger Jahren fährt die Vorgängermarke NSU bei Grand-Prix-Rennen ganz oben aufs Podium und die legendären Silberpfeile der Auto Union prägen in den 1930iger Jahren die damalige Top-Liga des Rennsports.
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Die Ausstellung blickt zunächst bis in die frühe Grand-Prix-Zeit zurück, beleuchtet anschließend die Ära der Auto Union Silberpfeile und spannte den Bogen der 75jährigen Geschichte der Formel 1 von den frühen Nachkriegsrennwagen bis in die heutige Zeit. Stefan Trauf, Leiter Audi Tradition, erläutert das Konzept: „Mit unserer Sonderausstellung Grand Prix Legenden wollen wir allen Fans die Winterpause in der Formel 1 verkürzen und präsentieren bis zum ersten Rennen der neuen Saison viele spektakuläre Exponate aus der Geschichte der Königsklasse.“ Dabei werden nicht nur Formel 1-Fans in der Ausstellung auf ihre Kosten kommen, sondern alle, die Freude am historischen Rennsport haben. Und so ist Kurator Stefan Felber besonders stolz auf den Renault AK 980 CV: „Er ist der Opener unserer neuen Sonderschau. Mit ihm gehen wir zurück in die frühe Grand-Prix-Zeit.“ So schreibt am 26. Juni 1906 der französisch-ungarische Rennfahrer Ferenc Szisz am Steuer eines solchen 90-PS-Renault Motorsportgeschichte. Der damals 33-jährige Ingenieur gewinnt den Großen Preis von Frankreich. Dieser gilt als das erste jemals ausgetragene Grand-Prix-Rennen überhaupt. Ausstellungsmacher Stefan Felber ergänzt: „Das Originalfahrzeug existiert leider nicht mehr. Wir haben uns aber einen detailgetreuen Nachbau der Vintage Classic Car Collection aus Holland ausleihen können.“ Die neue Sonderausstellung zeigt aus der frühen F1-Zeit zudem einen Talbot T26 C mit Reihen-6-Zylinder-Saugmotor und 240 PS. Insgesamt fünf Talbot Lago T26 C sind beim allerersten Formel 1-Rennen, dem Großen Preis von Großbritannien am 13. Mai 1950 in Silverstone, an den Start gegangen.
Audi in der Formel 1 seit März 2026
Audi steigt mit einem vollkommen neuen Rennwagen, dem Audi Revolut F1, in den Formel-1-Zirkus ein und hat dazu den Sauber-Rennstall aus dem schweizerischen Hinweil übernommen – mit den Fahrern Niko Hülkenberg und Gabriel Bartoleti. Der Saisonstart 2026 fand am Wochenende des 6. bis 8. März beim Australischen Grand Pix in Melbourne statt. Hülkenberg hatte technische Probleme und konnte gar nicht erst starten. Das Ergebnis beim ersten Lauf beim Großen Preis von Australien kann sich dennoch sehen lassen: Bortoleto landete auf dem 9. Platz im 24 Rennwagen starken Feld. Übrigens: Im Audi Museum selbst zu sehen war nur ein „Show-Car“ des Audi Revolut F 1 aus dem Jahre 2022. Und überhaupt: Der Einstieg von Audi in die Formel 1 mag ein Risiko sein, zumal es der deutschen Autoindustrie nicht gut geht. Aber die Königsklasse des Motorsports bringt bekanntlich einen großen Werbefaktor mit – und das kann sich durchaus rechnen.
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Resümee
Eine Ausstellung mit Grand-Prix-Rennwagen aus nahezu 100 Jahre Grand-Prix-Geschichte, dabei 97 Jahre AUDI Tradition, besuchen zu können – da kommt Freude auf. Allerdings endete die Sonderausstellung mit Beginn der F1-Saison 2026 – schade.
Autor und Abbildungen Klaus Ridder
Aufmacherbild: Rundblick: Die Ausstellungshalle des Audi Museums umfasst drei Etagen in einem Rundbau.
Abb. 1: Audi F1: Die Ingolstädter stiegen im März 2026 mit einem eigenen Werksteam, dem Audi Revolut F1 Team, in den Formal 1-Zirkus ein. Hier ein „Showcar“
Abb.: 2: NSU: Aus der historischen Fahrzeugsammlung der Audi AG stammt der NSU 6/60 PS. Das erste Sechszylindermodell der Neckarsulmer leistet 60 PS, wiegt 830 Kilogramm und bringt es in der Spitze auf 175 km/h.
Abb. 3: Auto Union: In der Sonderausstellung „Grand Prix Legenden“ sind Auto Union Grand-Prix-Rennwagen Typ A, Typ C und Typ D der 1930er Jahre zu sehen – allerdings alles Nachbauten, weil die Originale in Russland „verschwanden“
Abb. 4: Cisitalia: Dieser wunderschöne Cisitalia wurde von Porsche nach dem Zweiten Weltkrieg konstruiert, kam aber nie zum Einsatz.
Abb. 5: Jacky Stewart: Stewart fuhr diesen Matra F1 auf dem Nürburgring. Auf dem Bild im Hintergrund beim „Luftsprung“ am Streckenabschnitt „Brünnchen“.
Abb. 6: Jordan: Zu sehen der Jordan 191 von 1991, in dem Michael Schumacher sein erstes Rennen 1991 in Spa in der Königsklasse gefahren ist.
Abb. 7: Porsche: Mit von der Partie auch ein Porsche F1. Dan Gurney gewann damit den Großen Preis von Frankreich.










