//Nach holprigem Langstreckenstart 2026: Der dritte Lauf klappt

Nach holprigem Langstreckenstart 2026: Der dritte Lauf klappt

Die beliebte Langstreckenserie VLN/NLS auf der Nordschleife des Nürburgrings hatte ein paar Startschwierigkeiten. Zum einen war es in der Eifel in 600 m Höhe noch zu kalt, zum anderen musste der erste Lauf abgesagt werden. Beim zweiten Lauf waren zigtausende Besucher gekommen und hier musste das Siegerteam mit dem 4maligen Weltmeister Max Verstappen disqualifiziert werden. Endlich, der dritte Lauf klappte und bei kühlem aber schönem Eifelwetter gab es einen BMWSieg.

Der Saisonauftakt der ADAC RAVENOL Nürburgring Langstrecken-Serie wurde abgesagt. Niedrige Temperaturen und Schneefall hatten zunächst den Start zum Zeittraining verzögert. Die Streckenbedingungen besserten sich, nicht jedoch die Temperaturen. Die in der NLS engagierten Reifenhersteller rieten der VLN von der Durchführung der 71. ADAC Westfalenfahrt ab. Die Rennleitung folgte schließlich der Empfehlung.

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Der endgültigen Absage um 10.45 Uhr vorangegangen waren zwei Teammanager-Meetings um 8.30 und 10 Uhr, in der die Verantwortlichen der VLN das Feedback der Teams einholten. „Auch wenn die Entscheidung am Ende bei uns liegt, war es uns wichtig, die Situation mit den Teilnehmern zu besprechen“, sagt Christian Vormann, Sportleiter der VLN. „Nach einer Inspektionsrunde hat die Rennleitung entschieden, dass die Strecke befahrbar ist. Die Seitenstreifen waren frei von Schnee und es trocknete langsam ab. Seitens der Teams waren die Meinungen gemischt. Eine Abstimmung ergab eine geringe Mehrheit, die Veranstaltung durchzuführen. Am Ende hat die Warnung der Reifenindustrie den Ausschlag zur Absage gegeben.“

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Zweiter Lauf mit vielen Zuschauern

Der zweite Lauf der ADAC RAVENOL Nürburgring Langstrecken-Serie fand am darauffolgenden Wochenende statt. Am 21. März kehrte dann u.a. Formel 1-Weltmeister Max Verstappen mit einem Mercedes AMG GT3 in die Grüne Hölle zurück. Die Rückkehr von Max Verstappen lockte viele Zuschauer an. Es gab lange Staus und volle Parkplätze. Kein Wunder bei dem nunmehr schönen Eifelwetter. Und die Zuschauer wurden nicht enttäuscht. Max Verstappen startete von der Pole und führte auch das 130 Rennfahrzeuge starke Feld an. Es war ein Rennen der Extraklasse. Formel 1-Weltmeister Max Verstappen feierte seine Premiere im Mercedes AMG GT3. Gemeinsam mit Daniel Juncadella und Jules Gounon überquerte er nach vier Stunden als Erster die Ziellinie – ein Debüt nach Maß, das jedoch ein unerwartetes Nachspiel haben sollte.

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Rund zwei Stunden später folgte die Ernüchterung. Bei der routinemäßigen Auswertung der sog. Tyre-App durch die Technikkommission stellte sich heraus, dass das Team am Renntag sieben statt der erlaubten sechs Sätze Reifen verwendet hatte. Die Sportkommissare waren so gezwungen, das Fahrzeug zu disqualifizieren. Den Sieg erbten Dan Harper und Jordan Pepper im BMW M4 GT3 von ROWE Racing. Großes Enttäuschen beim Weltmeister! Doch er kommt bald wieder zum legendären Nürburgring und will auch beim berühmten 24h-Rennen starten.

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Dritter Lauf mit 135 Startern

Am zweiten Aprilwochenende gab es bereits den dritten Lauf in dieser Saison mit 135 gemeldeten Rennwagen und ein paar Starfahrern (u.a.Wittmann, Ludwig II; Eng, Güzen, und auch Rennfahrern aus aller Welt (u.a. Argentinien, Chile, Georgien, Türkei, USA, Japan, Rumänien oder auch Schweden). Unter den Startern waren auch zwei DTM Champions, dabei der letztjährige DTM Meister Ayhancan Güven aus der Türkei und Nico Wittmann. Über 4 Stunden ein spannendes Rennen, das letztendlich durch eine andere Stallregie des SiegerTeams Schubert Motorsport aus Oschersleben entschieden wurde – es siegt wie im zweiten Lauf wieder ein BMW M4 GT4 EVO. Zweiter wurde der Manthey-Porsche, der vom 16 Startplatz ins Rennen ging und sich förmlich durch das Feld „durchpflügen“ musste.

Besonderes Augenmerk lag zudem auf den beiden spektakulären HWA EVO.R in der Klasse SP-X. Das Trio Luca Ludwig, Jami Green und Lance David Arnold brachte den Boliden nach einer soliden Leistung auf dem 18. Gesamtrang ins Ziel.  Der HWA EVO ist ein extrem exklusiver, moderner „Restomod“ (ein nicht mehr im Bau befindliches ‚Altauto‘ wird mit modernster Technik versehen) des Mercedes-Benz 190E 2.5-16 EVO II, entwickelt von der HWA AG. Auf 100 Exemplare limitiert bietet der viersitzige Sportwagen modernste Technik (3,0-Liter-V6-Biturbo, ca. 500+ PS) in einer ikonischen Karosserie. Der Preis liegt bei ca. 850.000 Euro, Auslieferungen beginnen 2026.

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Schwerer Unfall beim Qualifying 24h-Rennen 2026

Beim ersten Rennen der ADAC 24h Nürburgring Qualifiers (18. April 2026) gab es in der Startphase einen schweren Unfall mit sieben beteiligten Teilnehmern im Bereich „Klostertal“. Nach der Kollision mehrerer Fahrzeuge unterbrach die Rennleitung den Lauf unverzüglich um die umfangreichen Bergungs- und Rettungsmaßnahmen zu ermöglichen. Trotz der unmittelbar eintreffenden Hilfe konnten die Notfallmediziner nach der erfolgten Bergung aus dem Fahrzeug den beteiligten Pilot Juha Miettinen (FIN – 66 Jahre) nicht retten, der Fahrer verstarb im Medical Center, nachdem alle Reanimationsversuche erfolglos blieben.

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Termin vormerken

Es werden weitere fünf VLN/NLS-Läufe stattfinden. Am Wochenende vom 14. bis 17. Mai findet das 24h-Rennen statt mit Qualifying am 17.bis-19.April. Das Abschlussrennen im Jahr 2026 wird am 10.Oktober durchgeführt.Traditionsgemäß wird der Regionalkreis West wieder dabei sein. Termin bitte vormerken.

Autor: Klaus Ridder; Abbildungen; Klaus Ridder , VLN / NLS

Abb. 1: Pflanzgarten – Einführungsrund: Bevor es losgeht, eine Runde hinter einem Safety Car, hier im Streckenabschnitt „Pflanzgarten“ (Quelle: Klaus Ridder)

Abb. 2: Tote Hose: Das Eifelwetter ist für Kapriolen bekannt. „Tote Hose“ auf der Start- und Zielgeraden bei Temperaturen um die 0 Grad. Die Folge war eine Rennabsage (Quelle: NLS TV).

Abb. 3: BMW Premiere: Mal was anderes – ein BMW Kombi war auch dabei. Allerdings verbirgt sich darunter ein echter GT3 – Rennwagen – hier mit einer Kombi Silhouette (Quelle: Klaus Ridder).

Abb. 4: Kam, sah und siegte: Der vierfache F1-Weltmeister Max Verstappen (Mercedes AMG) kam, sah und siegte. Er wurde allerdings disqualifiziert, weil das Team den GT3-Renner mit 7 statt der vorgeschriebenen 6 Reifesätze ausrüstete (Quelle: Klaus Ridder).

Abb. 5: Ausfälle: Bei mehr als130 gestarteten Rennfahrzeugen kommt es immer wieder zu Ausfällen durch Unfälle oder technische Probleme. Abschleppwagen sind ständig im Einsatz (Quelle: Klaus Ridder).

Abb. 6: BMW Sieg: Nach der Disqualifikation des Verstappen-Mercedes wurde das BMW Team zum Sieger erklärt. Hier ausgangs Schwalbenschwanz mit „3 Rädern“ (Quelle: Klaus Ridder).

Abb. 7: Premiere Mercedes: Auch dieser Mercedes (MB) hatte Premiere und landete auf dem 16. Platz. Aufgebaut ist dies „Altauto‘“ auf der Basis des MB 190. 100 Stück sollen davon gebaut werden – Stückpreis mehr als 800.000 Euro (Quelle: Klaus Ridder).

Abb. 8: Freunde: Zu bewundern sind die vielen Marshals, die bei Wind und Wetter rund um die Uhr für die Sicherheit der Rennveranstaltung sorgen. Hier meine Freunde im Streckenabschnitt „Pflanzgarten“ (Quelle: Geschi Ridder).

Abb. 9: Lieblingsplatz: Beliebter Zuschauerplatz ist der Streckenabschnitt „Brünnchen“. Neu: Man zahlt hier mittlerweile auch 25 Euro Eintritt und 10 Euro Parkgebühren (Quelle: Klaus Ridder).

Abb. 10: Buch: Klaus Ridder nutzt die Gelegenheit, sein Nürburgringbuch mit dem neuen Titel ‚Mein Nürburgring 100 Jahre Rennstrecke – 70 Jahre live dabei‘ vor der Kulisse der Rennstrecke zu präsentieren (Quelle: Geschi Ridder)

Abb. 11: Trauer: Gedenkminute für den verstorbenen Juha Miettinen vor dem Start des zweiten Rennens am Sonntag, 19. April. (Quelle : VLN/NLS)