Mit großer Bestürzung und tiefer Trauer nehmen wir Abschied von Roland Bosch, einem prägenden Gesicht der deutschen Messebranche, und einem Menschen, der mit Leidenschaft, Haltung und Herzblut wirkte. Kurz vor seinem Eintritt in die Phase des Ruhestands starb Roland Anfang Mai 2026 nach kurzer schwerer Krankheit.
Sein erster Arbeitstag bei der Messe Friedrichshafen war der 3. Oktober 1988. Als Projektleiter der RMF (Rennsport, Motor, Freizeit) und der Aero übernahm er früh Verantwortung. Was folgte, war eine außergewöhnliche Laufbahn über Jahrzehnte hinweg – eine Karriere, die ihn vom engagierten Projektleiter bis in die Geschäftsführung führte. Mit Recht durfte man ihn ein „Urgestein der Messe“ nennen. Auf der letzten Aero 2026 am 25. April 2026 verabschiedete ihn sein Messeteam in Friedrichshafen noch mit einer Überraschungsparty.
Orte der Begegnung, Innovationstreiber und Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen Roland Bosch liebte seinen Beruf – und er lebte ihn. Für ihn waren Messen weit mehr als Veranstaltungen: Sie waren Orte der Begegnung, Innovationstreiber und Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen. „Langeweile gibt es im Messegeschäft, wenn man es mit Herzblut betreibt, nicht“, sagte er einmal. Dieses Herzblut war in allem spürbar, was er tat. Über die Jahre baute er ein beeindruckendes Netzwerk auf und prägte Veranstaltungen wie die Motorradwelt Bodensee, die Aero Friedrichshafen, die Eurobike oder die Interboot entscheidend mit.
Wer ihn kannte, erinnert sich nicht nur an den klugen Strategen und erfahrenen Messemanager, sondern vor allem an den Menschen: einen leidenschaftlichen Kommunikator, der zuhören konnte, der argumentierte, überzeugte und Lösungen fand. Einen, der den Blick von „seiner“ Veranda im fünften Stock über Flughafen und Alpen zu schätzen wusste – und darin ein tägliches kleines Wunder sah.
„Motorrad-Virus“ bereits seit frühester Kindheit
Eine ganz besondere Leidenschaft begleitete den Betriebswirt sein Leben lang: das Motorradfahren. Aufgewachsen im kurvigen Bodensee-Hinterland wurde der „Motorrad-Virus“ bereits in frühester Kindheit gelegt. Es folgten Jahrzehnte voller Touren, Maschinen, Geschichten – von der DKW über Enduro-Abenteuer in Europa bis hin zu seinen aktuellen Maschinen (Triumph Scrambler 1200 XE, Royal Enfield Himalayan, Honda CB 450 K0 Black Bomber, Moto Guzzi V7 oder Yamaha XSR 900). Motorradfahren war für ihn nie nur Fortbewegung, sondern Freiheit, Erlebnis und Haltung.
bike & business Motorradtour 2022 im Allgäu/Bodensee
Diese Begeisterung lebte er auch in der Gemeinschaft: 2022 nahm er an der »bike & business Motorradtour« im Allgäu/Bodensee teil, 2023 folgte die Tour durch den Bayerischen Wald und Tschechien. Ich genoss meine gemeinsamen Abenteuer mit ihm auf zwei Rädern und liebte seine oberschwäbische Bodenständigkeit und den beispiellos wertschätzenden Charme, der einem bei persönlichen Treffen entgegenschlug. Auf der Tour zeigte sich seine Neugier und Offenheit – etwa bei seinen eindrucksvollen Erfahrungen im Sattel eines Elektromotorrads, die ihn nachhaltig beeindruckten. Sein Fazit: Motorradfahren bleibt – egal mit welchem Antrieb – ein echtes Erlebnis.
Mensch mit klarer Meinung
Roland Bosch war ein Mensch mit klarer Meinung, mit Weitblick und mit einem feinen Gespür für Entwicklungen – sei es in der Messewelt oder in der Motorradbranche. Seine Gedanken, Analysen und auch kritischen Einschätzungen waren stets fundiert, ehrlich und von echter Leidenschaft getragen.
Im Juni 2023 schickte er mir per Mail seine ganz persönliche Motorradmarktanalyse, gespickt mit seiner überragenden Branchenkenntnis. Das 27seitige Word-Dokument war vollgepackt mit fundierten und seriösen Aussagen über die Her- und Zukunft der Zweiradszene. In einer der nächsten bike & business-Ausgaben plane ich, Rolands zentrale Thesen in dieser weitsichtigen Analyse posthum zu publizieren -nichts Geringeres als Rolands‘ Motorrad-Vermächtnis.
Lieber Roland, du hinterlässt eine große Lücke – beruflich wie menschlich. Unsere Gedanken sind bei deiner Familie, deiner Frau und deinen drei Kindern. Roland, wir vermissen dich schmerzlich. Wir werden dir ein ehrendes Andenken bewahren.
Autor: Stephan Maderner; Abbildung: Messe Friedrichshafen










