//Die DTM startet auch 2020 durch 

Die DTM startet auch 2020 durch 

Update 14.03.2020 zur momentanen Situation

Das Conora-Virus hat nun auch den Motorsport erreicht. Zunächst wurden global die Formel-1-Grands Prix in Australien, Bahrein,Vietnam und schon seit längerer Zeit in China zur Sicherheit abgesagt. In unseren Breitengraden wurden die beiden ersten Läufe zur ‚Nürburgring Langstrecken-Serie‘ sowie der deutsche Rallyeauftakt im Erzgebirge abgesagt bzw. auf einen späteren Termin verschoben. Nachdem für den ITR-Geschäftsführer Marcel Mohaupt die Gesundheit und Sicherheit höchsten Vorrang geniessen, wurden die für den Zeitraum vom 16. – 19. März in Hockenheim anberaumten Testfahrten des ‚Deutschen Tourenwagen Masters‘ sowie dem darin integrierten Medientag in Abstimmung mit den beiden Herstellerfirmen Audi und BMW ebenfalls abgesagt. 

Inwieweit sich die virale Situation auf die gesamte Saison – nicht nur bei der DTM – auswirkt, ist derzeit noch vollkommen offen.

Eberhard Strähle

Das Deutsche Tourenwagen Masters – auch gerne nur die DTM genannt – befindet sich in den Startlöchern für die neue Saison. Obwohl sich die von R-Motorsport im vergangenen Jahr 2019 in Szene gesetzte englische Nobelmarke Aston Martin im Winter mit einem Paukenschlag aus der spektakulären DTM-Rennserie verabschiedete, ist für deren Ausrichter, der ‚Interessengemeinschaft Tourenwagen Rennen GmbH‘ (ITR), noch kein Ersatz für die vier im Feld zu ersetzenden Aston Martin Vantage in Sicht. „Unsere Neubeurteilung unseres Motorsport-Programms kam zu dem Ergebnis, dass wir neue Prioritäten für die Zukunft setzen wollen und dass das DTM-Engagement dafür nicht zielführend sein würde”, meinte R-Motorsport Teamchef Dr. Florian Kamelger nach dem Ausstieg aus der Serie.

Die Boliden wurden beim technischen Partner HWA in Affalterbach aufgebaut und sollen noch, wie Insider meinen, in dessen Werkhallen auf eine eventuelle Weiterverwendung harren.

 Dennoch verspricht das ITR-Management trotz der nur noch zwei verbliebenen und an der DTM beteiligten Herstellern zwanzig heiße Rennen, die auf zehn internationalen Rennstrecken europaweit ausgetragen werden. Dadurch ist die wohl bedeutendste Rennserie der Welt erneut als eine Zweiklassengesellschaft mit insgesamt 16 Fahrzeugen zusammengeschrumpft. Auf neuem Terrain gastiert die DTM in der bald beginnenden Saison. Auf der Igora Drive-Rennstrecke in der Nähe von St. Petersburg in Russland, auf dem Scandinavian Raceway Anderstorp in Schweden sowie auf der norditalienischen Traditionsrennstrecke im Park von Monza in Italien. Das Autodromo Nazionale Monza, eine der schnellsten Pisten der Welt, stellt die Teams vor eine neue Herausforderung. Hauptsächlich in technischer Hinsicht, denn dort werden Höchstgeschwindigkeiten jenseits von 300 km/h erwartet. Ob es dem DTM-Chef und früheren Formel-1-Piloten Gerhard Berger noch gelingt, die Japaner mit ihrer Super GT-Meisterschaft zu bewegen, noch in irgendeiner Form auf den DTM-Zug aufzuspringen, steht derzeit sehr in Frage. Zumindest nicht mehr in der Saison 2020. 

Die neun Audi RS5 DTM, davon sechs Werkswagen und drei Kundenfahrzeuge, werden vom Team ‚Abt Sportsline‘ mit den Fahrern Robin Frijns und Nico Müller, vom ‚Team Phoenix‘ und Loic Duval sowie Mike Rockenfeller, dem ‚Team Rosberg‘ mit Jamie Green und Titelverteidiger René Rast, sowie dem Kundenteam ‚WRT‘ unter Teamchef Vincent Vosse mit Edward Jones, Fabio Scherer und Ferdinand von Habsburg an den Start gebracht. Dabei ist zu vermelden, dass nach einer Intervention Gerhard Bergers, die WRT-Leute ihren ‚DTM Testwagen‘ dem Urenkel des letzten Kaisers von Österreich überlassen. Von Habsburg, im letzten Jahr noch im Aston Martin am Volant, genoss den Vorzug vor dem ehemaligen Formel-1-Piloten Sergei Olegowitsch Sirotkin.

Die BMW M4 DTM werden vom Werksteam ‚RMG‘ unter der Leitung von Stefan Reinhold mit den Piloten Lucas Auer, Marco Wittmann und Timo Glock gefahren. Jonathan Aberdein, Philipp Eng und Sheldon van der Linde sitzen beim zweiten Werksteam ‚RBM‘ von Bart Mampaey am Steuer. Der siebte BMW M4 DTM geht in Kundenhand und wird dem ehemaligen Formel-1-Fahrer Robert Kubica aus Polen, für den die DTM schon seit längerer Zeit ein Wunschziel ist und dem Kundenteam ART-Grand Prix unter seinem Teamchef Frederic Vasseur anvertraut. Als Sponsor konnte der Pole die Orlen-Gruppe, die in Deutschland über 585 star-Tankstellen verfügt, gewinnen. 

Die DTM Trophy mutiert für die ITR zur wichtigsten Rahmenserie. Nicht weil reinrassige GT4 Fahrzeuge wie der Porsche 718 Cayman, der McLaren 570S, der Audi R8 LMS oder die vergleichbaren BMW M4, die Mercedes und die Aston Martin Vantage am Start sind, sondern vermutlich auch deshalb, weil die am Start stehenden Sportwagen den Fans als deren automobiles Wunschbild präsentiert werden.

Fans der älteren Wagen-Generation kommen bei den DRM und TW-Classics sowie den ehemaligen Gruppe-C-Rennwagen, wo zum Teil die Idole und Haudegen früherer Zeit noch heute hinterm Lenkrad sitzen, voll auf ihre Kosten. Ein Leckerbissen – nicht nur akustischer Art. 

„Only for women“ – heißt das prägnante Schlagwort in den W Series, die in ihre zweite Saison gehen. Das Championat mit den Monoposti ist nur für Rennamazonen ausgeschrieben.  

Das weitere Rahmenprogramm wird von den Fahrern der Porsche Carrera Cups aus Frankreich und denBenelux-Ländern bestritten. Der Lotus Cup Europe gastiert drei Mal bei der DTM, nämlich in Monza, Brands Hatch und am Nürburgring.

Der Deutsche Motorsport Verband e.V. ist der Namensgeber für den Gran Turismo und Touring Car Cup. In dieser Rennserie werden nicht nur die sogenannten Herrenfahrer sondern auch talentierte Nachwuchspiloten am Steuer sitzen, die sich im Automobilrennsport etablieren möchten.   

DTM 2020 – Renntermine
https://www.dtm.com/de

24. – 26.04.   Zolder/Belgien 
15. – 17.05.   Lausitzring 
29. – 31.05.   St. Petersburg/ Russland 
12. – 14.06.   Anderstorp/ Schweden 
26. – 28.06.   Monza/ Italien 
10. – 12.07.   Norisring
21. – 23.08.   Brands Hatch/ Großbritannien 
04. – 06.09.   Assen/ Niederlande 
11. – 13.09.   Nürburgring 
02. – 04.10.   Hockenheim
22. – 24.11.   Einladungsrennen in Fuji (ohne DTM-Wertung)

Die Rahmenrennen setzen sich aus folgenden Serien zusammen und starten auf folgenden Rennstrecken:

DTM-Trophy
https://www.dtm.com/de/dtm-trophy

24. – 26.04.   Zolder/Belgien 
15. – 17.05.   Lausitzring 
12. – 14.06.   Anderstorp/ Schweden 
10. – 12.07.   Norisring
11. – 13.09.   Nürburgring 
02. – 04.10.   Hockenheim

Porsche Carrera Cup Benelux
https://www.carreracupbenelux.com/en/welcome/

24. – 26.04.   Zolder/Belgien
11. – 13.09.   Nürburgring 
02. – 04.10.   Hockenheimring 

Porsche Carrera Cup France
https://www.porsche.com/france/motorsportandevents/motorsport/customerracing/porschecups/porschecarreracupfrance/

26. – 28.06.   Monza/Italien

Belcar Endurance Championship
www.belcarseries.com

24. – 26.04.   Zolder/Belgien
04. – 06.09.   Assen/ Niederlande

DRM Classics
https://norisring.de/drm/

24. – 26.04.   Zolder/Belgien

W-Series 
https://wseries.com/2020-races/

29. – 31.05.   St. Petersburg/ Russland 
12. – 14.06.   Anderstorp/ Schweden 
26. – 28.06.   Monza/ Italien 
10. – 12.07.   Norisring
21. – 23.08.   Brands Hatch/ Großbritannien 
04. – 06.09.   Assen/ Niederlande 

Tourenwagen Classics
https://tourenwagen-classics.com/

15. – 17.05.   Lausitzring 
12. – 14.06.   Anderstorp/ Schweden 
10. – 12.07.   Norisring
04. – 06.09.   Assen/ Niederlande 

GT Open Russia
http://www.gtopen.net/en/

TCR Russia
https://www.tcr-series.com/news/item/the-2020-tcr-russia-calendar-was-unveiled

DMV GTC
https://www.gtc-race.de/

https://www.gtc-race.de/news/was-ist-der-dmv-gtc-und-dunlop-60/

Lotus Cup Europe
https://www.lotuscupeurope.com/

Gruppe C-Classics
https://norisring.de/drm/

Formel 1- Classics
https://www.mastershistoricracing.com/historic-formula-1/championship/

Text und Fotos (soweit nicht anders angegeben): Eberhard Strähle