//Astronaten über die Schulter geschaut

Astronaten über die Schulter geschaut

VdM-Regionalkreis West im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Der Arbeitskreis West besuchte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln-Porz und war nach der dreistündigen Tour durch das großflächige Geländer erschlagen. Einmal von den vielen Informationen und zum anderen von den langen Wegen durch das Gelände in unmittelbarer Nähe des Köln-Bonner Flughafens. Elisabeth Kuhl führte mit ihrem immensen Wissen die VdM’ler über das Versuchsgelände und insbesondere durch das Trainingszentrum für Astronauten.

Luftfahrt, Raumfahrt, Verkehr, Energie und Sicherheit sind die Forschungsfelder, die im DLR Köln in neun Forschungseinrichtungen bearbeitet werden. Das Rückgrat der Forschung und Entwicklung bilden Großversuchsanlagen, beispielsweise Windkanäle, Triebwerks- und Materialprüfstände und ein Hochflussdichte-Sonnenofen.

Der Standort Köln ist zudem Sitz des DLR-Vorstandes und der Zentralverwaltung. Das DLR-Technologiemarketing als Schnittstelle zwischen Forschung und Industrie hat hier seinen Hauptsitz wie auch die Qualitäts- und Produktsicherung des DLR.

Auf dem 1959 eröffneten, 55 Hektar großen Gelände ist neben den Forschungs- und Zentraleinrichtungen des DLR auch das Astronautenzentrum EAC der Europäischen Weltraumorganisation (European Astronaut Center- ESA) ESA angesiedelt. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich der modernste Windkanal Europas, der Europäische Transschall Windkanal (ETW) sowie der Flughafen Köln/Bonn.

Das DLR beschäftigt in Köln-Porz rund 1400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Als anerkannter Ausbildungsbetrieb bietet es gewerblich-technische und kaufmännische Ausbildungen sowie Schul- und Berufspraktika an. Es betreut Diplomarbeiten und qualifiziert Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler durch Promotionen.

Das Europäische Astronautenzentrum (englisch European Astronaut Centre, EAC) ist die zentrale Einrichtung der Europäischen Weltraumorganisation ESA für die Ausbildung von Raumfahrern. Im EAC trainiert unter anderem das Europäische Astronautenkorps für Weltraumeinsätze, hauptsächlich auf der Internationalen Raumstation (ISS).
Im Jahr 1990 beschloss der ESA-Ministerrat, dass die Europäische Union (EU) ein eigenes Astronautenkorps und eine eigene bemannte Raumfahrt benötigt. Allerdings wird, nach bisherigen Überlegungen, Europa (bzw. die ESA) kein eigenes bemanntes Startsystem entwickeln, sondern nur gemeinsam mit den russischen Sojus-Raumschiffen oder zukünftigen US-amerikanischen Programmen für den bemannten Raumflug zu starten.

Im Rahmen des Programms der ISS trainieren am EAC nicht nur europäische Astronauten, sondern auch russische, amerikanische, kanadische und japanische. Der Vertrag zum Betrieb der Station sieht vor, dass die am Projekt beteiligten Raumfahrer an allen Trainingseinrichtungen trainieren dürfen. Die wichtigsten Trainingsprogramme umfassen die Ausbildung für den Zubringer ATV und das europäische Weltraumlabor Columbus.
Besuch bei den Astronauten

Höhepunkt der dreistündigen Führung war zweifellos die Besichtigung des Trainingszentrums für Raumfahrer. Hier durfte auch fotografiert werden, was ansonsten auf dem Gelände verboten ist. Alexander Gerst konnte bei seiner Arbeit im All live auf mehreren Bildschirmen beobachtet werden, ansonsten wurden überall VIDEOS vom Leben im All gezeigt. Auch die derzeitige Position der Raumfähre ISS war zu sehen, sie war gerade unterwegs etwa 400 km über der Südsee.

Hier absolvieren die Astronauten ein mehrjähriges Ausbildungsprogramm, teilweise in nachgebauten Elementen der Raumfähre ISS. Beeindruckend das 17 × 22 Meter große und zehn Meter tiefe Schwimmbecken, hier werden Bedingungen der Schwerelosigkeit simuliert Außeneinsätze im All geprobt. Die Astronauten über hier in ihren Schutzanzügen. Zudem werden Modelle großer Raumstationsmodule in das Becken gelassen.
Elisabeth Kuhl, die uns führte, erklärte die einzelnen Elemente an einem Modell der Raumfähre ISS, die in einem Abstand von etwa 400 km um die Erde fliegt Die ISS besteht aus vielen Einzelelementen, die von den beteiligten Nationen hergestellt und zur Raumstation geflogen werden.

Zu sehen waren auch die verschiedenen Modelle der Trägerraketen, die als ‚Shuttle‘ nach und von der Raumstation verkehren und sowohl die Astronauten als auch Lebensmittel und andere Gegenstände befördern.

Resümee
Es hat allen viele Spaß gemacht, auch wenn es sehr anstrengend war. Als nächstes planen wir einen Besuch der Tuningfirma BRABUS im Februar und der Rennstrecke Bilster Berg im Frühjahr 2019.

Klaus Ridder