Richtig gute und praktikable Tipps zum kraftstoffsparenden Autofahren sind trotz der Preisentwicklung an deutschen Tankstellen weiterhin sehr selten. Allgemeine Hinweise gibt es zwar reichlich, aber beispielsweise ist der Hinweis, den „Reifendruck zu checken“, leider nur allgemeines Blabla. Der kraftfahrt-berichter (kb) macht es konkreter.
Grundsätzlich ist es richtig, unnötigen Ballast aus dem Auto zu entfernen und den Luftwiderstand durch den Abbau von Gepäck- oder Fahrradträgern zu reduzieren. Ebenso sinnvoll ist es, elektrische Verbrauchsgeräte möglichst wenig im Betrieb zu haben: Sitzheizung, Klimaanlage und Scheibenheizung konsumieren Energie, die beim Verbrenner letztlich aus dem Tank kommt. Am Licht zu sparen könnte indes der Sicherheit abträglich sein. Nicht zuletzt sind gut gewartete Autos mit frischem Luftfilter, sauberem Öl und neuen Zündkerzen günstiger unterwegs als mit einem Rückstand bei der Wartung. Aber auch den Werkstattbesuch muss man sich erst einmal leisten können.
Kurzfristig lohnt es sich nicht, vorhandene Reifen mit ausreichend Profiltiefe gegen Spritsparreifen zu tauschen. Aufwand und Kosten stehen in keinem Verhältnis zum Einsparpotenzial. Die schlichte Kontrolle des Reifenfülldrucks bringt natürlich nichts, effektiv ist einzig die richtige Einstellung. Für eine wirkungsvolle Verbrauchsreduzierung sollten sich Autofahrer unbedingt am angegebenen Maximalfülldruck des Autoherstellers orientieren und die Reifen entsprechend aufpumpen. Der Mindestfülldruck reicht zwar für die Sicherheit, taugt aber fürs Sparen gar nichts! Wer dagegen 0,2 bar unter dem empfohlenen Höchstdruck bleibt, leidet nur minimal unter Komforteinbußen, reduziert dafür aber den Rollwiderstand der Reifen mit spritsparender Wirkung um ein gutes Stück und ist selbst dann sicher genug unterwegs, wenn viele Insassen samt Gepäck an Bord sind.
Richtige Bedienung des ersten Gangs
Als ertragreichster Spartipp für Autos mit Handschaltgetriebe muss die richtige Bedienung des ersten Gangs angesehen werden. Für einen möglichst niedrigen Verbrauch wird er lediglich beim Losfahren bis zur Länge des Wagens benutzt, und nach diesen vier, fünf Metern geht es bereits in den zweiten Gang. Das führt zum untertourigen Fahren, was dem Motor keineswegs schadet. Dieses Vorgehen sollte konsequent bis in den höchsten Gang durchgeführt werden. Rund 2.000 Umdrehungen der Kurbelwelle pro Minute im jeweiligen Gang und das damit verbundene träg-dumpfe Röhren des Motors sind zwar für manchen Autofahrer gewöhnungsbedürftig, reichen aber für eine ruckfreie und gleichzeitig zügige Fortbewegung völlig aus. Dabei kann das Gaspedal ohne Verbrauchsnachteil jeweils voll durchgetreten werden. In der höchsten Fahrstufe werden sich die 2.000 Umdrehungen oft als zu langsam für eine halbwegs flotte Fortbewegung im Verkehrsfluss erweisen. Wer aber ein Sparfuchs sein möchte, dem muss klar sein, dass der Verbrauch mit der Drehzahl kräftig ansteigt.
Automatikgetriebe erforderte andere Tricks
Fahrzeuge mit Automatik sind indes etwas anders zu behandeln. Hier hilft ein sensibler Gasfuß oder das frühzeitige manuelle Hochschalten über die eventuell vorhandene Schaltwippe. Erhebliche Einsparmöglichkeit gibt es auch bei der Wahl des richtigen Tempos. Am einfachsten ist es, die erlaubte Höchstgeschwindigkeit nicht zu überschreiten. Auf der anderen Seite kann Bummeln nicht immer die Lösung sein, denn Zeit ist ja auch Geld, so dass man von Fall zu Fall abwägen muss. 130 km/h auf der Autobahn sind in der Regel fix genug, um ohne nennenswerten Zeitverlust ins Ziel zu kommen. Auch hier gilt: Geringere Drehzahlen erhöhen den Spareffekt.
Vorausschauendes Fahren
Eine deutliche Senkung der nächsten Tankrechnung verschafft nicht zuletzt das vorausschauende Fahren. Rote Ampeln lassen sich meist schon aus größerer Entfernung erkennen, und auch auf Geschindigkeitsbegrenzungen sollte man bei einer ökonomischen Fahrweise noch vor Erreichen des Verkehrsschildes reagieren. Warum also nicht das Kupplungspedal zeitig treten und den Wagen im Leerlauf mit sanft abnehmendem Tempo frei rollen lassen? Vor einem 50- oder 70-km/h-Schild kann zum Ausnutzen der Bremswirkung wieder eingekuppelt werden. Alternativ lässt man den Motor eingekuppelt und nutzt seine Bremswirkung: Dank Schubabschaltung sinkt dann der momentane Verbrauch auf null Liter. Vorausschauend zu fahren heißt im übrigen auch, auf unnötiges Kollonnenspringen mit abruptem Druck auf Gas- oder Bremspedal zu verzichten und stattdessen lieber im Verkehrsfluss mitzuschwimmen. Das bewahrt auch andere Autofahrer vor erhöhtem Spritkonsum und provoziert obendrein keine gefährliche Fahrsituation.
Übung macht den Spritsparmeister
Nun heißt es: Übung macht den Spritsparmeister. Natürlich verzichtet er soweit wie möglich darauf, kurze Strecken mit dem fahrbaren Untersatz zu bewältigen, denn Kaltstarts fressen besonders viel Kraftstoff. Abgewöhnen müssen sich Sparer auch den Ärger über schnellere Verkehrsteilnehmer, die an ihnen vorbeiziehen. Viele derjenigen, die es im Alltag weiter sehr eilig haben, fahren mit ihrem Dienstwagen in einer anderen Welt und nutzen eine Tankkarte ihres Arbeitgebers – denen ist der Preis für den Liter Benzin oder Diesel weiterhin wurscht.
Autor: Lars Döhmann (kb), Abbildung: Pixabay







